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MERS-Abenteuer in Südgondor/nur Storyline, keine Outtimepost
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BeitragVerfasst am: 05.07.2010, 08:00    Titel: Südgondor I, Piratenjagd Teil 4, Der Kampf mit dem Drachen Antworten mit Zitat

Der Wüstendrache flog direkt auf uns zu. Der riesige Sand farbene Körper schoss direkt aus der Sonne auf uns herab. Ich hatte längst meine Armbrust gespannt um auf den Gegner anzulegen. Doch meine Hände begannen zu zittern. Eine unbeschreibliche Angst griff nach mir. Auch die anderen schienen sich nicht mehr rühren zu wollen. Wie konnten wir nur in diese Situation geraten. Wir suchten einen Piraten, nicht den Tod in Fängen dieses grausamen Monsters.
Es war ja schon einiges passiert, seit dem ich mich der Gruppe in Dol Amroth angeschlossen hatte. Ich hatte mich ihnen als Darl vorgestellt. Sie waren die einzigen die einen Khazad mit auf See nehmen wollten. Nirgends sonst konnte ich anheuern. Meinem Volk war das Meer zuwider. Aber ich hatte es schon immer gemocht. Ich fühlte mich wohl auf den Planken eines Schiffes. Unsere Reise führte uns durch die Bucht von Belfalas, immer auf der Suche nach dem Lachenden Freibeuter. Mit den Kriegern der Gruppe verstand ich mich schnell. Tarthalion, Menelcar und Kalidor hatten mich als einen der ihren anerkannt. Verstand ich doch augenscheinlich mit Axt und Armbrust umzugehen. Yusufs ausgelassene Heiterkeit ist mir etwas suspekt. Aber ich schätze sein sicheres Gespür für ein gutes Geschäft. Sibroc bleibt für mich undurchschaubar. Er scheint die Kunst der Magie zu beherrschen. Solchen Zauberern habe ich noch nie vertraut. Dann ist da noch Wino, der Noldor. Es fiel mir schwer ihn überhaupt zu akzeptieren. Mein Volk liegt schon so lange mit den Elben in Hader, das es für mich nur natürlich ist, ihn zu hassen. Doch er hat außerordentliche Fähigkeiten als Heiler. Vielleicht ist es mit den Elben wie mit dem Meer. Sie sind gar nicht so schlimm, wie immer gesagt wird. Mit den anderen hatte ich bisher nur wenig Kontakt.
Nun der Drache kam noch immer auf uns zu. Meine Hände wollten nicht aufhören zu zittern. Wir waren gestern erst in Sook Oda angekommen. Nachdem wir im Gasthaus „Nordmaid“ Zimmer genommen hatten; Sibroc hatte sich lange mit dem Wirt unterhalten; konnten wir die Spur des Piraten aufnehmen. Einige seiner Männer waren offenbar in der Stadt gewesen um sich zu amüsieren, erst in der „Nordmaid“, dann sind sie wohl weiter gezogen in die „Drei Diamanten“. Sie hatten also erst mächtig gebechert und wollten dann scheinbar noch den örtlichen Juwelier ausnehmen. Alle lachten als ich meine Theorie äußerte. Kurz darauf wußte ich auch warum. Die „Drei Diamanten“ war kein Schmuckgeschäft sondern ein menschliches Freudenhaus. Da war die Aufregung allerdings groß. Meine Freunde mussten schon lange keine Frau mehr gesehen haben. Nicht anders war das Lächeln auf ihren Gesichtern und ihre Nervosität und Aufregung zu erklären. Ich blieb ruhig. Mich stieß der süße Geruch verbrennender Kräuter und die verschwenderische Ausstattung des Raumes ab. Schon bald wurde klar, das wir auf der richtigen Spur waren. In einer der abgetrennten Privaträume brach ein Krawall los. Schnell kamen ein paar große Kerle, die die Ruhestörer vor die Tür setzten. Sie sahen aus, wie die Männer, die wir suchten. Dann war plötzlich auch Sibroc verschwunden. Als ich hinter den Piraten her wollte, hielt mich Kalidor zurück. „Wir warten hier, bis Sibroc wieder kommt“
Es dauerte lange bis der Zauberer zurück kam. Dann verließen wir endlich dieses Freudenhaus. Wieder draußen an der frischen Luft erzählte Sibroc: „Die beiden sind zu einem Mietstall gegangen, haben ihre Pferde geholt und die Stadt in Richtung Süden verlassen. Ich konnte Ihnen noch bis zur Küstenstraße folgen. Dann ließen sie ihre Pferde antraben und verschwanden im Mondlicht.“
Während Kalidor und Sibroc zum Mietstall gingen um Pferde für uns zu besorgen, gingen wir zurück in die „Nordmaid“. Am nächsten Morgen wollten wir die Verfolgung aufnehmen. Was auch nicht sonderlich schwer sein sollte, lag doch an dieser Küstenstraße lediglich die Mondsteinfestung, eine alte numenorianische Burganlage. Östlich von ihr begann bereits die Wüste. Nun standen wir also hier, einen Tag nachdem wir aufgebrochen waren und sahen dem Tod ins Auge. Unsere Pferde hatten es richtig gemacht. Sie waren abgehauen als sie den Drachen bemerkten. Aule sei Dank ohne unsere Ausrüstung, die wir gerade zur Rast abgepackt hatten.
Hier sollte also unser Leben enden. Langsam wurden meine Hände ruhiger. Doch ein sicherer Schuss war mir noch nicht möglich, als plötzlich eine Steinwand aus dem Boden vor uns aufschoss, die den Drachen zum Abdrehen zwang. Sibroc hatte also die Nerven behalten. Verdammt dieser Zauberer war gut. Ich machte einen halben Schritt zurück, ließ mich auf ein Knie fallen und zog die Armbrust etwas höher. Meine Hände waren ganz ruhig, die Angst völlig verschwunden, als der Bolzen dem Ungetüm entgegen flog. Gemeinsam mit Winos Pfeil, der ebenfalls aus seiner Starre erwacht war, traf das Geschoss den ungeschützten Bauch des Wüstendrachen. In der Luft wankend vollendete das Monster sein Flugmanöver, zog in einer Schleife über uns hinweg und schoss hinab in den Wüstensand.
Doch nur Sekunden später kam der Drache wieder auf uns zu. Er kroch schnell wie eine Schlange durch den Wüstensand. Ich ließ meine Armbrust fallen, löste die Axt von meinem Rücken und lief an der Mauer vorbei, einen Kampfschrei auf den Lippen, direkt auf das Ungetüm zu, das sich inzwischen auf seine Beine erhoben hatte. Tarthalion und Kalidor waren längst an mir vorbei, standen rechts und links neben dem Drachen und schlugen auf das Monster ein. Ich überholte Wino, der bereits wieder einen Pfeil auf die Bogensehne gelegt hatte und Sibroc, der etwas murmelte und mit den Händen gestikulierte. Ich lief weiter, direkt auf die breite ungeschützte Brust des Wüstendrachen zu. Bevor ich meine Axt mit aller Kraft in seinen Körper trieb, traf das Ungetüm auch noch ein Feuerstrahl. Dann brach der Wüstendrache, von meiner Streitaxt tödlich verwundet, über mir zusammen. Und wieder einmal dankte ich meinem Schöpfer, das er mich so kraftvoll und stark geschaffen hatte. Meine Freunde mussten mich zwar unter dem Monster hervor ziehen. Aber außer ein paar blauen Flecken hatte ich nichts abbekommen. Wir alle waren unversehrt. Nun brach sich die Freude Bahn. Wir hatten es tatsächlich geschafft, mit vereinten Kräften diesen Drachen zu töten; unser Leben, das bereits zu Ende schien, noch einmal zurück zu gewinnen.
Später, nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, gingen wir weiter die Straße entlang in Richtung Mondsteinfestung, die wir am Abend auch erreichten. Eine mächtige beeindruckende uralte Festung errichtet auf einem Felsen hoch über dem Meer. Wir brauchten lange, um eine Bestätigung für die Anwesenheit von Piraten zu finden. Aber schließlich entdeckten wir einen Belüftungsschacht in unmittelbarer Nähe der Burg aus dem Rauch aufstieg. Als wir die Küstenlinie von oben aus untersuchten, entdeckten wir den Eingang zu einer Grotte. Doch was war nun zu tun? Wie sollten wir den Lachenden Freibeuter in unsere Hände bekommen?
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BeitragVerfasst am: 14.07.2010, 01:36    Titel: Südgondor I, Piratenjagd Teil 5, Die Grotte Antworten mit Zitat

Schnell hatte es sich in Sook Oda herumgesprochen. Die Pferde waren allein zurückgekommen. Was aus meinen Gefährten geworden war, wußte niemand. Unser Schiff, die Gilwen, lag zum Auslaufen bereit im Hafen. Nichts ist langweiliger als ein vor Anker liegendes Schiff. Ich hatte also nichts zu tun, nahm die Pferde und folgte der Spur meiner Freunde.
Was war ihnen zugestoßen? Der Gedanke ließ mir keine Ruhe. Auch wenn ich auf dem Rücken eines Pferdes nicht wirklich zu Hause bin, meine Heimat ist das Meer, kam ich doch gut voran. Als ich die Überreste des Drachens erblickte, machte ich mir ernsthaft Sorgen. Doch ihnen schien nichts passiert zu sein. Ich fand ihre Spuren. Sie folgten weiterhin der Küstenstraße in Richtung Mondsteinfestung. Im Morgengrauen erreichte ich die Burg. Die Pferde band ich in einem kleinen Wäldchen an. Kurze Zeit später entdeckte ich Kalidor, Tarthalion, Sibroc, Wino und Darl in der Nähe der Steilküste.
„Yusuf, wo kommst Du denn her?“ entfuhr es überrascht Winos Mund. „Ich habe mir Gedanken gemacht als die Pferde ohne euch zurück kamen,“ erwiderte Yusuf. „Und habt ihr eine Spur vom Lachenden Freibeuter gefunden?“ fragte der Corsar. „Nicht direkt“, nahm Kalidor das Wort. „Wir haben wahrscheinlich den Eingang einer Grotte gefunden und einen Lüftungsschacht aus dem Rauch aufsteigt. Wir sehen aber bisher keine Möglichkeit unsere Vermutungen zu bestätigen. Wir sind noch nicht einmal sicher, ob die Festung ein Teil des Piratennestes ist.“
„Vielleicht gibt es noch einen Eingang zur Grotte oder einen Weg hinunter zur Küste.“ versuchte ich etwas Optimismus zu verbreiten. Wir nutzten den aufziehenden Morgen um weiter zu suchen. Wir näherten uns dem Wäldchen in dem ich die Pferde abgestellt hatte. Die Bäume verbargen eine Gruppe von Felsen. Hier entdeckten wir den verborgenen Zugang zu einer kleinen Höhle. Ich entzündete meine Öllampe. Wir traten ins Dunkel, zogen die Tür hinter uns zu. Doch die Höhle hatte keinen Ausgang. Sie schien lediglich als Versteck zu dienen. Bis Kalidor plötzlich meinte: „Ich habe etwas gefunden.“ Er hatte tatsächlich eine Geheimtür entdeckt. Links neben der Tür gab ein Handteller großes Stück der Wand nach. Ein leichtes Drehen und die Tür sprang auf. Als Kalidor die Tür ganz aufgezogen hatte, konnten wir das Salzwasser förmlich schmecken. Wir schienen auf dem richtigen Weg zu sein. Der Gang dahinter fiel stetig zum Meer hin ab. Kalidor ging vor. Ich folgte ihm mit der Öllampe. Tarthalion, Sibroc, Wino und Darl schlossen sich an.
Der Tunnel schien nicht enden zu wollen. Plötzlich hörte die Abwärtsbewegung auf. Der Gang verlief weiter parallel zum Meeresspiegel und endete abrupt vor einer alten Eisen beschlagenen Tür. Die Feuchtigkeit hatte das Eisen rosten lassen. Auch der Boden war rutschiger geworden. Ich warf einen Blick auf das Türschloss. Der Schlüssel war darin abgebrochen worden. Mist, das würde Zeit in Anspruch nehmen; vorausgesetzt ich würde etwas finden, womit ich den Rest des Schlüssels drehen konnte. Kalidor half mir mit dem Verschluss seines Umhangs aus. Kein einfaches Unterfangen. Doch nach einer halben Stunde hatte ich es schließlich geschafft. Das Schloss sprang auf.
Kalidor drückte die Tür einen Spalt breit nach außen auf. Intensiver Meeresgeruch strömte uns entgegen. Natürliches Licht erhellte den Gang. Der Söldner wagte sich etwas weiter vor. Ein Blick nach links offenbarte eine scheinbar riesige Höhle die nur schwach erleuchtet schien. Niemand schien den Gang zu kennen durch den wir hier her gelangt waren.
Wir ließen den größten Teil unserer Ausrüstung im Tunnel zurück, gingen hinaus und wandten uns dem Sonnenlicht zu. Nach wenigen Schritten standen wir am Rande einer riesigen Grotte. Das Meer brandete gegen einen aus dem Stein geschlagenen Pier. Hier gab es genug Platz um beide Piratenschiffe zu verstecken. Die kleinere Buchtadler und die Kriegsgaleere Meister Seewolf. Doch die Schiffe waren nicht da, die Grotte menschenleer. Wir hatten Glück die Piraten waren auf Kaperfahrt. Wir konnten uns in Ruhe umschauen.
Die große Höhle, die wie eine Verlängerung der Grotte erschien, war nur schwach durch Öllampen an den Wänden erleuchtet. Es war kaum etwas zu erkennen. Wir hörten leise Wasser rauschen, als wir uns nach rechts in die Dunkelheit bewegten...
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BeitragVerfasst am: 14.07.2010, 11:18    Titel: Südgondor I, Piratenjagd Teil 6, Die Befreiung der Sklaven Antworten mit Zitat

...Ich mochte Erdlöcher nicht besonders egal wie groß sie waren; ob man sie Höhlen oder Grotten nannte. Einige meines Volkes hatten ich zwar daran gewöhnt, hatten sogar ihre Wohnungen unterirdisch gebaut, oftmals mit der Hilfe der unsäglichen Zwerge. Aber ich hatte nur das schöne Leben in Bruchtal kennen gelernt und vermisste meine Heimat gerade in solchen Situationen wie jetzt. „Träumst Du, Elb?!“ rissen mich Darls Worte in die Wirklichkeit zurück. „Nimm endlich deinen Dolch und komm mit Wino. Es wird interessant.“ Dann war der Zwerg auch schon in den Schatten verschwunden. Meine Hand schloss sich fester um die Waffe. Ich folgte den anderen so schnell ich konnte.
Das Plätschern von Wasser wurde lauter als wir tiefer in die Höhle eindrangen. Ein schmaler flacher Bach kam von Osten und verschwand hier in einem kleinen Durchlass der Wand. Ich erfrischte mich mit einem Schluck des kühlen Nass. Dann überquerte auch ich den Wasserlauf.
Die Gefährten standen bereits an einem breiten Durchgang im Süden. Alles blieb still, als wir in den kurzen Gang dahinter eindrangen der vor einer alten Eisen beschlagenen Holztür endete. Yusuf schien diesmal keine Probleme mit dem Schloss zu haben. Hinter der Tür verbarg sich ein Lagerraum voll gestopft mit Kisten, Fässern und Stoffballen. „Hier liegt ein schöner Gewinn für uns,“ meinte Yusuf leise nachdem er sich genauer umgesehen hatte. Ich schüttelte nur den Kopf. Gold schien das Einzige zu sein, was den Corsaren antrieb. Doch ich wußte es mittlerweile besser. Der Seemann hatte das Herz am rechten Fleck.
Ich zog die Tür hinter mir zu als ich den anderen folgte. Wir kamen jetzt offensichtlich in den zur Zeit bewohnten Teil der Höhle. Die Anzahl der Laternen an den Wänden nahm zu. Überall standen geöffnete Kisten und Fässer. Aber wir sahen immer noch niemanden. Jedoch drangen Gesprächsfetzen an unsere Ohren. Wir näherten uns einem Durchgang im Osten der Höhle. Die Gespräche würden lauter. Es schienen vier Personen zu sein, die sich unterhielten. Sie unterhielten sich auf Haradrisch wie Yusuf bemerkte. Er hörte auch einen gondorianischen Akzent heraus. Der Seemann erinnerte sich sofort an die alte Festungsstadt Caras Tolfalas auf dem Inselfelsen in der Bucht von Belfalas. Mir sagten die Worte nichts. Mich erschreckte eher der ekelhafte Geruch nach Fäkalien, Siechtum und Tod der uns aus dem Gang entgegen strömte. Hier starben langsam Menschen. Niemand schien das zu kümmern. Ein paar Schritte in den kurzen Gang offenbarten dahinter einen Raum der von vier großen Gefängniszellen eingenommen wurde. Es waren die Wachen die sich unterhielten; vier Männer, zwei Haradrim, ein Gondorianer und ein Corsar. Hinter den Gittern konnte ich nur Schatten und Schemen erkennen. Ich musste etwas tun. Hier starben langsam Menschen. Ich konnte ihnen vielleicht helfen. Den Dolch in der Hand ging ich auf die Zellen zu, als mich ein fester Griff an der Schulter packte. Ich drehte mich um. Meine harschen Worte schluckte ich herunter als ich in die entschlossenen Augen Kalidors blickte. „Später,“ kam es leise über seine Lippen. Ich ließ mich von ihm in die Höhle zurückziehen. Dann verschwand der Söldner wieder an der Spitze der Gruppe.
Wir fanden noch einen weiteren Zugang im Norden, eine verschlossene Tür von der wir annahmen, das sie einen Weg in die Mondsteinfestung verbarg. Wir zogen uns zur Tür des Geheimganges zurück.
Für mich war klar, was nun zu tun war. Wir mussten die Menschen aus den Zellen befreien und ihnen helfen. Weiter dachte ich nicht. Wie wir sie hier wegbringen sollten? Wann die Piraten zurück kamen? Ob wir zuerst die Festung in Augenschein nehmen sollten? Das waren alles Fragen mit denen ich mich nicht beschäftigte. Den Valar sei Dank machten sich Kalidor und Yusuf Gedanken. Sie kamen schließlich zu dem Entschluss, das wir weitere Informationen brauchten. Da waren die Wache nun einmal die erste und einzige Wahl.
Kurz darauf standen wir wieder im Zellentrakt. Der Plan war denkbar einfach. Der Gang vor den Zellen, an dessen südlichem Ende die Wachen um ein Feuer saßen, war schmal. Ein einzelner Mann konnte darin gut kämpfen. Aber zwei nebeneinander, das war unmöglich. Kalidor umfasste seine beiden Handäxte fester und ging voran. Tarthalion gab ihm mit dem Bogen Deckung; gleiches tat Yusuf mit seinen Wurfmessern. Wir standen am Eingang zur großen Höhle um eventuell heran eilende Verstärkung unter Beschuss zu nehmen.
Während ich mit Darl und Sibroc das Halbdunkel im Augen behielt, tobte hinter uns ein kurzer heftiger Kampf. Als es wieder ruhiger wurde, verließ ich meinen Posten und wollte mich meiner eigentlichen Aufgabe, der Befreiung und Heilung der Sklaven, zuwenden. Die beiden Haradrim lagen tot am Boden. Der Gondorianer hatte sich ergeben. Auch der Corsar hatte seine Waffe fallen lassen. Tarthalion hatte ihn böse erwischt. Ein Pfeil hatte seinen rechten Oberarm beinahe durchschlagen.
Während die anderen unsere Gefangenen bewachten ging Kalidor mit einem Schlüsselbund in der Hand zu den Zellen. Ich begleitete ihn. Er baute sich nacheinander vor jeder der vier Zellen auf. „Wir wollen euch helfen. Ihr müsst keine Angst haben,“ begann der Söldner seine kleine Rede. „Wino, unser Heiler, wird eure Wunden versorgen. Ihr könnt euch hier in der Höhle frei bewegen. Wascht euch im Bach. Nehmt euch Kleider aus der Lagerhöhle. Wir helfen jedem der sich nicht selber helfen kann. Wer sich kräftig genug fühlt und mit Waffen umzugehen versteht, meldet sich danach bei mir. Wir brauchen jede Hand im Kampf gegen die Piraten.“ Der Söldner gab mir den Schlüsselbund und verschwand am Ende des Ganges um die Gefangenen zu verhören, wie ich bald darauf aus dem Augenwinkel mitbekam.
Ich schloss die Zellen auf. Wer gehen konnte kam mir schon bald entgegen um sich zu erfrischen. Ich wollte mich zuerst um die kümmern, die noch in den Zellen lagen. Ich bat Sibroc und Darl um Hilfe. Sie holten Wasser, frische Kleidung und einfache Nahrung. Sie halfen mir Verbände anzulegen. Viele litten unter Husten, Gelbsucht, Fieber und anderen Mangelerscheinungen. Ich half so gut ich konnte. Wir errichteten Bettenlager außerhalb der verschmutzten Zellen. Meine Mittel waren zu beschränkt. Wir mussten die Menschen hier wegbringen.
Als Stunden später alle soweit versorgt waren, rief mich Kalidor zu sich. „Wie sieht es aus, Wino?“ wollte der Söldner wissen. „Wir haben 120 Sklaven befreit,“ begann ich zu sprechen. „10 hast du unter Waffen genommen. 25 brauchen mindestens einen Tag bis sie wieder laufen können. Der Rest ist in ein paar Stunden reisefertig. Meine Heilkräuter sind fast verbraucht. Ich brauche ein bisschen Ruhe um weiter helfen zu können,“ beendete ich meinen Bericht. „Danke,“ erwiderte Kalidor. „Leg dich schlafen. Wir wecken dich, wenn es nötig wird.“ Ich nickte und ließ die drei zurück. Sibroc und Darl versorgten die Kranken und Verletzten weiter mit dem Nötigsten.
Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen hatte, als Darl mich weckte. „Komm,“ meinte er nur. Ich fühlte mich besser. Die befreiten Sklaven schienen reisefertig zu sein. Sie hatten also einen Weg gefunden, sie hier heraus zu bringen. Kurz darauf erklärte mir Kalidor den Plan. „Sibroc und Ulbor, der gondorianische Wächter sind gestern nach Sook Oda geritten um die Gilwen zu holen,“ erklärte mir der Söldner. „Du, Darl und ich werden jetzt die Menschen durch den Geheimgang zu einem verborgenen Strand außerhalb der Sichtweite der Mondsteinfestung bringen. Morgen früh wird die Gilwen euch dort aufnehmen. Ihr segelt dann weiter nach Caras Tolfalas, ohne noch einmal in Sook Oda an zu landen. Ich kehre mit Ulbor hierher zurück. Dann kümmern wir uns um die Piraten,“ beendete Kalidor seine Ausführungen. „Wenn alles gut geht, folgen wir euch mit der Buchtadler in ein paar Tagen,“ fügte Yusuf noch hinzu. Dann brachen wir auf.
Der Marsch nahm fast den ganzen Tag in Anspruch. Wir mussten immer wieder Pausen einlegen um die Befreiten rasten zu lassen und sie zu versorgen. Doch wir erreichten den schmalen Strand mit Einbruch der Nacht. Als am nächsten Morgen die Gilwen kam, brachten wir die Menschen schnell an Bord. Ich reichte dem Söldner die Hand: „Pass auf dich auf Kalidor. Mögen die Valar euch beschützen und eure Arme stärker sein, als die unserer Feinde.“ Dann ließ auch ich mich hinüber zur Gilwen fahren. Kalidor und Ulbor liefen die Steilküste wieder hinauf. Mein Blick folgte ihnen bis sie zwischen den Felsen verschwanden...
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BeitragVerfasst am: 16.07.2010, 13:50    Titel: Südgondor I, Piratenjagd, Teil 7 Erfolgreiche Jagd Antworten mit Zitat

...Nun stand ich endlich wieder als freier Mann am Steuer eines Schiffes. Die „Buchtadler“ segelte zügig an Sook Oda vorbei aufs offene Meer hinaus Richtung Caras Tolfalas. Vor fast einem Jahr hatte mich der Lachende Freibeuter gefangen, als er das Handelsschiff überfiel auf dem ich als Navigator angeheuert hatte. Meine erste Fahrt nach vier Jahren gondorianischer Kriegsmarine. Aber ich konnte mich nicht beklagen. Sie hatten mich das Steuermanns- und das Navigationspatent machen lassen. Aber dann hatte ich genug. Ich wollte mehr von der Welt sehen. Doch die Ruderbank machte mir einen Strich durch die Rechnung. Fast ein halbes Jahr quälten mich die Piraten, bis sie endlich erkannten, wo meine Stärken lagen. Auf meiner ersten Fahrt als Steuermann der „Meister Seewolf“ musste ich ja unbedingt gegen den Freibeuter auf begehren. Das brachte mir dann den Posten als Kerkerwache ein.
Plötzlich riss mich eine Stimme vom Bug des Schiffes aus meinen Gedanken. „Sind wir auf Kurs, Ulbor?“ fragte Yusuf. „Alles klar. Wenn der Wind uns weiterhin so gewogen ist, sind wir in zwei Tagen in Caras Tolfalas,“ antwortete ich dem Corsaren.
Da standen die drei Männer, die 160 Sklaven, Selnoi und mich befreit und Gedron, den Lachenden Freibeuter und seine rechte Hand Zokhad gefangen genommen hatten. Yusuf, Kalidor und Tarthalion blickten dem Horizont entgegen. Die anderen der Gruppe waren auf der „Gilwen“ mit den Sklaven schon voraus gefahren. Wir hatten die Piraten in der Grotte empfangen.
Als die „Buchtadler“ in den geheimen Hafen einlief und am Pier festmachte, waren die Vorbereitungen längst abgeschlossen. Der Entladeplatz für die „Meister Seewolf“ war zu einer kleinen Festung ausgebaut worden in der sich zehn befreite Sklaven, Yusuf, Kalidor und Tarthalion versteckten. Am Hebekrahn war ein großes Fass mit Öl befestigt und der Weg in die Festung war Öl durchtränkt. Nun lief auch die umbarische Kriegsgaleere ein.
Selnoi war bereits nach oben gelaufen um in den Stallungen Feuer zu legen. Meine Aufgabe war es, die Piraten auf die brennende Mondsteinfestung aufmerksam zu machen und weg zu locken bevor die Entladearbeiten beginnen konnten.
„Feuer, Feuer,“ rief ich den Piraten entgegen. „Schnell die Festung brennt!“ Es funktionierte. Die Männer beider Schiffe liefen an mir vorbei nach oben in die Burg. Ich schloss hinter ihnen die Tür, steckte dann denn Boden in Brand. Hierher konnte niemand mehr zurück.
Inzwischen war Gedron auf die „Buchtadler“ gegangen um mit Zokhad zu beraten. Die Rudersklaven waren noch immer auf der „Meister Seewolf“. Nun begann der Kampf. Tarthalion und Kalidor rannten auf den Pier auf das kleine Schiff zu, gefolgt von unseren zehn Männern. Yusuf sprang ins Wasser und schwamm zur Galeere hinüber. Seine Aufgabe war es die Sklaven zu befreien, bevor das Schiff angesteckt werden sollte. Ich schloss mich der Gruppe um die beiden Kämpfer an. Es ging darum die „Buchtadler“ zu übernehmen, aus der Grotte zu fahren und die Sklaven der „Meister Seewolf“ aufzunehmen, während Kalidor und Tarthalion Gedron und Zokhad überwältigten.
Die beiden Kämpfer liefen über die Planke, bedrängten ihre Gegner hart. Wir anderen verteilten uns auf dem Schiff. Schon bald kamen die ersten befreiten Sklaven auf das Schiff zu geschwommen. Wir zogen sie an Bord während die „Buchtadler“ langsam Fahrt aufnahm.
Als wir die Grotte verließen waren Gedron und Zokhad überwältigt, Yusuf zurück an Bord und die letzten Sklaven in Sicherheit. Hinter uns sank langsam die brennende „Meister Seewolf“. Wir hatten sie im Vorbeifahren mit Öllampen beworfen.
Nun waren wir auf dem offenen Meer. Unser Ziel war erst einmal die alte Festungsstadt Caras Tolfalas. Dort wollten wir uns mit der „Gilwen“ treffen. Die ehemaligen Sklaven mussten in ihre Heimat zurückgebracht werden. Dann wollten wir weiter nach Dol Amroth um unsere Gefangenen auszuliefern.
Was würde uns diese Reise noch bringen? Ich hatte dank der Gefährten meine Freiheit zurückgewonnen, etwas Gold in der Tasche und die Aussicht auf eine gute Heuer. Was konnte man als Seemann mehr verlangen.
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BeitragVerfasst am: 08.08.2010, 08:21    Titel: Südgondor I, Piratenjagd, Teil 8 Erzählendes Zwischenspiel Antworten mit Zitat

Der Ausguck hatte es uns bereits gemeldet. Nun konnte ich die „Buchtadler“ in den langen Fjord vor Caras Tolfalas einfahren sehen. Sie hatten es also geschafft, den Piraten zu entkommen. Hoffentlich konnten sie den Lachenden Freibeuter besiegen. Auf meinen Stab gestützt sah ich den Freunden entgegen.
Curudur und die Bevölkerung der Stadt hatten uns freundlich aufgenommen, als wir vor zwei Tagen mit der „Gilwen“ und den befreiten Sklaven ankamen. Nun dachten wir bereits über eine Lösung unserer Probleme nach. Die meisten Befreiten wollten in ihre Heimat zurück, einige gern in Caras bleiben und ein paar weiter für uns, für Menelcars Handelshaus, zur See fahren. Eine Besatzung für die „Buchtadler“ hatten wir also zusammen.
Endlich machte das Schiff am Pier fest. Kalidor, Yusuf und Tarthalion ließen die beiden Gefangenen auf die „Gilwen“ bringen, bevor sie mich begrüßten. „Schön dich zu sehen, Sibroc. Ist alles gut gegangen unterwegs?“, wollte Kalidor wissen. „Ja“, erwiderte ich, „es gab keine Probleme.“
Noch am selben Tag beschlossen wir wie es weiter gehen sollte. Am nächsten Tag sollte die „Buchtadler“ unter dem Kommando von Ulbor nach Pelargir auslaufen, um den Befreiten eine Möglichkeit zu bieten in ihre Heimat zu kommen. Dann würde Ulbor nach Dol Amroth kommen und weiter unter Menelcars Flagge fahren. Wir brachen ebenfalls am nächsten Morgen auf, mit den Gefangenen zurück nach Hause in die Weiße Stadt am Meer.
Freudig empfing man uns in Dol Amroth. Ohne großes Aufsehen brachte die Stadtwache Zokhad und den Gedron, den Lachenden Freibeuter in die Burg. Ihr weiteres Schicksal sollte vorerst vor uns verborgen bleiben. Das Kopfgeld drückte uns der Bürgermeister stillschweigend in die Hand; 100 Goldstücke für jeden, 50 vom Fürsten und 50 von den Händlern. Im Rathaus gab es drei Tage später einen kleinen Empfang. Das hatten wir ja schon einmal erlebt. Das Schreiben, das uns als Bürger Dol Amroths aus wies, wurde uns feierlich vom Bürgermeister und Surion, Imrahils rechte Hand, übergeben. Zu unserer Überraschung nahm uns Surion später zur Seite. Er überreichte uns die Besitzurkunde für das alte Jagdanwesen, das wir vor kurzem noch mühevoll von den Schatten befreit hatten; als zusätzliche Belohnung für unsere Dienste, die wir hoffentlich noch öfter in den Dienst der Stadt stellen würden. Er hatte sich sogar schon die Mühe gemacht das Anwesen aufzuräumen und den Wohnturm wieder her- und einzurichten. Alles andere legte er in unsere eigenen Hände. Da würde noch eine Menge Arbeit auf uns zukommen. Ich war zwar nicht wirklich glücklich über unseren Besitz. Aber es war doch schön irgendwo hin zugehören.
Auch die „Buchtadler“ kam einige Wochen später zurück. Dankbar trat Ulbor in Nahars Dienste. Menelcars Vater gab ihm das Kommando über das Schiff. Er ließ den gondorianischen Seemann das Kapitänspatent machen.
Wir alle genossen die ersten Wochen in der Stadt, trafen uns regelmäßig im neuen Hafen in unserem Stammlokal „Zur Krakenwacht“, besprachen dem Umbau unseres kleinen Anwesens und selbst Yusuf schien nicht den Wunsch zu verspüren, gleich wieder zur See zu fahren. Eine schöne Zeit nach all den Strapazen der letzten Wochen.
Ich verbrachte endlich wieder Zeit mit Büchern in Fanariels Haus, widmete mich ganz meiner Magie und verschwendete keinen Gedanken an die Zukunft oder die Abenteuer die uns vielleicht noch bevorstanden. Es war einfach schön wieder zu Hause zu sein.
Wir schrieben das Jahr 3014 des dritten Zeitalters. Ein milder August lag hinter uns. Ich blätterte die Seite meines Buches um, begann zu lesen und die Welt um mich her war vergessen.
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BeitragVerfasst am: 24.08.2010, 21:06    Titel: Anduin- am großen Fluß, Teil1 Antworten mit Zitat

Endlich wieder auf See. Ich liebe das Meer so lange ich zurückdenken kann. Die „Gilwen“ ist ein schönes Schiff, Hallatan ein guter Kapitän. Er hatte mich damals in Pelargir vor dem Gefängnis bewahrt. Ich hatte versucht einem reichen Kaufmann seinen Geldbeutel zu stehlen. Einer seiner Leibwächter bemerkte mich; wollte mir sogar auf der Stelle die Hand abschlagen. Hallatan kaufte mich frei. Ich konnte meine Schulden bei ihm als Schiffsjunge abarbeiten. Das liegt nun schon fast drei Jahre zurück.
Der Mann bei dem ich aufwuchs nannte mich Nardh, weil ich so gut Knoten binden konnte und weil er glaubte ich müsste irgendwie Elbenblut in mir haben. Ich weiß nicht wie er darauf kam, noch wer meine Eltern sind. Den alten Hafenarbeiter brachte der Rum um. Seit dem hatte ich auf den Straßen von Pelargir gelebt.
Nun lag der Fjord von Linhir vor uns. Hier in der alten numenorischen Stadt am Zusammenfluss von Gilrain und Serni betrieb der Kapitän mit seinem Bruder einen kleinen Handelskontor. Die Stadt war wunderschön. Ich bin gerne hier. Linhir ist nicht so groß wie Pelargir. Da sie aber am wichtigsten Handelspunkt zwischen den großen Städten liegt, ist hier sehr viel los.
Wir waren hastig in der Nacht ausgelaufen; hatten Dol Amroth eilig hinter uns gelassen. Irgendetwas war mit Guthleib, dem Bruder geschehen. Er schien verschwunden. Hallatan machte sich Sorgen um seinen Bruder und um sein Geschäft. So viel hatte ich mitbekommen. Und die Probleme mussten groß sein. Denn auch die Gefährten waren dabei. Wir hatten schon viel miteinander erlebt. Obwohl ich glaube, das sie mich bisher noch gar nicht wirklich bemerkt hatten. Ich bewunderte sie. Sie kamen aus mir unbekannten Ländern im Norden. Es waren nicht nur Menschen unter ihnen. Auch Elben, ein Hobbit und ein Wasa gehörten zu der Gruppe. Irgendwann würde ich so leben wie sie. Mittelerde erkunden und Abenteuer erleben. Vielleicht würde ich mit ihnen gehen können.
Die Gefährten waren im Hause Hallatans zu Gast. Ich schlief am liebsten auf dem Schiff, wenn ich von meinen Streifzügen abends aus der Stadt zurück in den Hafen kam. Übermorgen sollte die „Flußkrebs“ nach Bar-en-Tinnen auslaufen. Dort war wohl der Bruder verschwunden. Meine Helden würden also das Boot wechseln. Irgendwie musste ich dabei sein. Ich sprach noch am Abend mit Dankwart, dem Maat des Flußschiffes. Er musste zwar lachen, aber er nahm mich mit an Bord als Leichtmatrose. Endlich kein Schiffsjunge mehr. Vielleicht würde mich Hallatan nach dieser Fahrt ja auch als Matrose arbeiten lassen.
Nun brauchte ich noch eine Waffe. Am besten ein Entermesser. Ich wußte wo ich für das wenige Geld, das ich besaß eines bekommen würde.
Mein Weg führte mich in die dunkelsten Winkel des Hafenviertels. In die „Schlucht“, eine düstere Kneipe, wollte ich gehen. Gerdam wollte ich nach einer Waffe fragen. Der Schläger des Großkaufmannes Telwin schuldete mir ohnehin noch einen Gefallen. Doch der war gerade beschäftigt. Er sprach mit Yusuf. Tarthalion und Kalidor standen stumm dabei. Was wollten meine Helden von diesem zwielichtigen Typen. Yusuf schien sich in dieser Umgebung wohl zu fühlen. Das war ich ja schon von Dol Amroth gewöhnt. Er knüpfte scheinbar auch hier seine Kontakte.
Als das Gespräch beendet war, ging ich zu Gerdam. Er gab mir das Messer. Glücklich ging ich wieder an Bord.
Einen Tag später lief die „Flußkrebs“ aus. Wir waren wieder auf dem Weg. Ich würde versuchen in Bar-en-Tinnen von Bord zu gehen, um meinen Helden zu helfen, wenn ich es konnte. Hoffentlich würde sich eine Gelegenheit ergeben.
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BeitragVerfasst am: 25.08.2010, 06:04    Titel: Anduin- amgroßen Fluß, Teil 2 Antworten mit Zitat

Seit ein paar Tagen waren wir schon auf dem Anduin unterwegs. Morgen früh würde uns die „Flusskrebs“ in Bar-en-Tinnen, einer kleinen Stadt im südlichen Ithilien 90 Meilen vor Minas Tirith, absetzen.
Ich genoss die Fahrt auf dem großen Fluss. Wir kamen bei stetigem Wind gut voran. Ich hatte das Wasser und die Abenteuer lieben gelernt. Das heimische Auenland fehlte mir nicht, allenfalls der Mangel an regelmäßigen Mahlzeiten.
Vor zwei Wochen waren wir hastig in Dol Amroth aufgebrochen. Hallatan, Kapitän der „Gilwen“ und unser Freund, kam völlig aufgelöst zu uns in die „Krakenwacht“. Die „Brackwasser“ hatten im Hafen fest gemacht. Dessen Kapitän Garth, ein Freund Hallatans, hatten ihm die Nachricht vom spurlosen Verschwinden seines Bruders in Bar-en-Tinnen gebracht. Nun bat uns unser Freund um Hilfe. Er hatte schon mit Nahar, Menelcars Vater, seinem Handelsherrn gesprochen, der ihm auf unbestimmte Zeit frei gegeben hatte um seine Familienangelegenheiten zu regeln. Für mich war es keine Frage, und auch für die anderen nicht. Wir sagten dem Kapitän unsere Hilfe zu. Eine Stunde später liefen wir aus. An Bord waren auch zwei lange vermisste Freunde: Der Wasaschamane Ogtaba und der Silvan Lamalas. Wir hatten sie vor ein paar Tagen bei einem Ausflug zu unserem Jagdanwesen getroffen.
Der September des Jahres 3014 DZ war schon ein paar Tage alt, als wir unser erstes Ziel erreichten: die alte Stadt Linhir, am Zusammenfluss der Flüsse Gilrain und Serni gelegen. Hier betrieb Hallatan mit seinem Bruder Guthleib in der zweiten Generation ein kleines Handelskontor. In der Stadt pulsierte das Leben. Es schien alles noch kleiner und gedrängter zu sein als in Dol Amroth. Dennoch war die Stadt, die ihren numenorischen Ursprung immer noch mit Stolz pflegte, schön.
Hallatans zweistöckiges Haus lag direkt am Hafen. Dort wohnte die Familie. Auch die Waren wurden in einem Anbau gelagert.
Guthleibs Sohn Werniger empfing uns in dem einfachen aber gemütlichen Heim. Während wir gemeinsam etwas aßen, erzählte uns Werniger vom Verschwinden seines Vaters: „Die Flusskrebs war wie immer in Bar-en-Tinnen vor Anker gegangen. Guthleib verbrachte in dem kleinen Städtchen gerne ein paar Tage bevor er weiter fuhr. Warum habe ich nie so recht verstanden. Aber er war sehr einsam seit Mutter starb; und etwas wunderlich. Er trank auch gern. Eines Nachts schien er Geister auf dem Anduin bemerkt zu haben. Mein Vater, der ewige Skeptiker, wollte nicht glauben was er gesehen hatte. Er begann Nachforschungen anzustellen. Niemand glaubte ihm in der Stadt. Dann tauchte er eines Morgens nicht mehr auf. Dankwart, der erste Maat der Flusskrebs, suchte ihn gemeinsam mit den örtlichen Soldaten. Ohne Erfolg. Sie fanden ihn nicht. Man ging davon aus, das ihn der große Fluss verschlungen hatte. Offiziell hieß es, er sei betrunken in den Anduin gefallen, und ertrunken. Dankwart lieferte die Ware in Harlond ab. Auf dem Rückweg nach Linhir fragte er erneut in Bar-en-Tinnen nach. Es gab noch immer keine Spur von Guthleib. Als die Flusskrebs zurück kam, ließ ich dir Onkel über Kapitän Garth eine Nachricht zukommen. Hoffentlich finden deine Freunde ihn.“
Die Ruhe lag schwer im Raum. Die Stimmung war gedrückt. „Und, was werden wir jetzt unternehmen?“ fragte ich in die allgemeine Stille hinein, während ich noch ein Stück von dem wunderbaren Kirschkuchen nahm. „Übermorgen läuft die Flusskrebs wieder aus. Ich möchte, das ihr mitfahrt und meinen Bruder findet“ beantwortete Hallatan meine Frage...
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BeitragVerfasst am: 03.09.2010, 06:07    Titel: Anduin- am großen Fluß, Teil 3 Antworten mit Zitat

...“Dann bleibt ja noch genügend Zeit sich ein bisschen in der Stadt umzusehen“, warf Yusuf ein. „Aber zuerst würde ich mir gerne die Zimmer deines Bruders ansehen“ wendete sich der Corsar an Hallatan. „Gern, mein Freund. Ich führe dich hin.“ „Kommst Du mit Broca?“ fragte mich Yusuf. „Ich könnte deine Hilfe brauchen.“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich schloss mich den beiden an.
Der Kapitän führte uns die Treppe hinauf in der ersten Stock. Guthleibs Räume lagen am Ende des Flurs. Ein Wohn- und ein Schlafzimmer einfach eingerichtet, aber nicht ohne Stil. Hallatan ließ uns allein.
Eine gemütliche Sitzgruppe nahm die Mitte des Wohnraumes ein. Die Regale an den Wänden waren voller Bücher und Erinnerungsstücken von seinen Reisen. Alles in allem nichts besonderes. Der Blick aus dem Fenster verlor sich zwischen den Häusern des Hafenviertels. Im Schlafzimmer entdeckten wir einen kleinen Schreibtisch, einen Sekretär. Hier fanden sich angefangene Briefe, alte Frachtpapiere und Kostenrechnungen. Obwohl mir der Gedanke nicht gefiel, durchsuchten wir das Zimmer gründlich. Unter der Matratze des Doppelbettes lagen alte Brautbriefe. In einer Seemannskiste versteckt unter einem doppelten Boden fanden wir zwei ältere Logbücher und weitere Briefe in einer Mappe. Das Schloss an der Truhe wäre eine ganz schöne Herausforderung gewesen, die ich natürlich gemeistert hätte. Aber Yusuf fand den Schlüssel, versteckt hinter einem Spiegel.
Gemeinsam lasen der Corsar und ich die Logbücher. Wir fanden Hinweise auf einen mächtigen Händler namens Telwin, der schon lange versuchte kleinere Handelshäuser in Linhir aufzukaufen, oder mit zweifelhaften Methoden an sich zu bringen. Und nun wussten wir auch, warum Guthleib so gern in Bar-en-tinnen war. Er hatte eine Frau kennen gelernt, die Heilerin des kleinen Ortes, die er offensichtlich liebte und die seine Gefühle erwiderte. Damit hatten wir genügend Anhaltspunkte für unsere Aufgabe.
Den weiteren Abend verbrachte ich mit meinen Freunden im gemeinsamen Wohnraum der Familie. Ich ging früh zu Bett.
Am nächsten Morgen zum Frühstück lernten wir auch Dankwart, den Maat der „Flusskrebs“ kennen. Auch er erzählte uns noch einmal, was er über Guthleibs Verschwinden wußte. Er schilderte uns auch genau die Suche nach dem Kapitän. Er wußte auch um die Versuche Telwins dieses Handelshaus zu kaufen. Der Maat wollte aber nicht wahr haben, das der Großhändler etwas mit der Sache zu tun haben könnte.
Während viele meiner Freunde den Tag in der Stadt verbrachten, Einkäufe erledigten und Kontakte knüpften wie Yusuf es nannte, verbrachte ich meine Zeit in der einfachen Gemütlichkeit von Hallatans Haus, genoss die Ruhe und die regelmäßigen Mahlzeiten und dachte nach. Der Tag und die Nacht vergingen. Die Stunde der Abreise rückte heran.
Im Morgengrauen verließ die „Flusskrebs“ den Hafen von Linhir und hielt gerade auf das mächtige Delta des Anduin, des großen Flusses, zu. Wir kamen gut voran. Das Wetter hielt. Ein kräftiger Wind trieb uns über das Wasser. Ich verbrachte die Tage vorne am Bug des Schiffes. Nach etwas mehr als einer Woche kam die kleine Stadt Bar-en-tinnen in Sicht. Der vorgelagerte Leuchtturm hatte mich schon früh auf die Stadt aufmerksam gemacht, die an zwei Seiten von einer Mauer geschützt wurde, während die anderen beiden zum Fluss hin lagen. Mehrere Gehöfte lagen weit um Bar-en-tinnen verteilt. Das Korn stand kurz vor der Ernte. Die Stadt wirkte beschaulich und friedlich. Sie bot vielleicht 500 Menschen Unterkunft und Schutz.
Die Sonne war noch nicht richtig aufgegangen, als wir im „Hafen“, einem einfachen Bootssteg, vor Anker gingen. „Ich bin noch bis morgen früh hier“ verabschiedete sich Dankwart von uns. „Solltet ihr danach in irgendeine Art von Ärger schlittern, wendet euch an Hauptmann Boranus. Er ist ein Freund Guthleibs. Passt auf euch auf. Viel Glück.“ Der Maat schüttelte jedem von uns die Hand bevor er zurück aufs Schiff ging.
Wir machten uns als erstes auf den Weg zum einzigen Gasthaus „Sumpfwurms Odem“ in der Ortsmitte. Das gastliche Haus lag noch im Dunkeln, die Fensterläden verschlossen. Auf unser Klopfen öffnete die Wirtin, Laren, den Schlaf noch in den Augen. Trotz der frühen Stunde gewann ihr Geschäftssinn schnell die Oberhand. Schon bald saßen wir bei einem guten Frühstück und einer warmen Tasse Tee im gemütlichen Schankraum mit Laren ins Gespräch vertieft. Sie erzählte uns von Guthleibs Verschwinden, leider nichts Neues. Sie konnte uns aber den Namen seiner Freundin erzählen, Lyana die Heilkundige des Ortes. Dann kamen die Geister ins Spiel. Der Fall nahm eine neue Wendung. Angeblich hatte Guthleib Geister auf dem Anduin gesehen, nachts stockbesoffen. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los. Er begann nach zu forschen. Dann war er eines nachts spurlos verschwunden.
Als nächstes sprachen wir mit Lyana mit der wir in ihrem schönen Kräutergarten zusammen saßen. Sie führte ein kleines Krankenhaus und handelte mit Kräutern. Die Heilkundige war in den Vierzigern. Im Laufe des Gesprächs wurde sie immer nervöser, ängstlicher. Schließlich stellte sich heraus, das sie der Bogner und Waffenhändler Raenar unter Druck gesetzt hatte. Auf irgendetwas war der Bruder unseres Freundes gestoßen. Doch wonach mussten wir suchen?
Dann teilten wir uns. Yusuf beobachtete mit einem Teil der Gruppe das Geschäft Raenars am Marktplatz. Ich ging mit den anderen zum Hauptmann der Wache. Boranas, ein großer kräftiger Mann dunedainischer Herkunft, empfing uns in seinem Dienstraum in der kleinen Kaserne. Er befehligte sieben gondorianische Soldaten und eine kleine Bürgerwehr. Doch auch er konnte uns nicht weiter helfen.
So blieb der Bogner Raenar unsere einzige Spur. Schauen wir, ob sie uns zu Guthleib führen würde. Hoffentlich lebte er noch. Nun war die Sonne vollends aufgegangen. Bar-en-tinnen lag im warmen Spätsommerlicht. Der geschäftige Alltag seiner Bewohner hatte begonnen, als ich wieder hinaus auf den Marktplatz trat.
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