Der Eine Ring: Brandulfs Abenteuer Spielbericht

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Torshavn
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Der Eine Ring: Brandulfs Abenteuer Spielbericht

Beitrag von Torshavn » 10.03.2015, 06:28

Die Abenteuer von Brandulf Treibgut, Kaufmannssohn aus Seestadt,
von ihm selbst erzählt

Ich erinnere mich noch an mein erstes Abenteuer, damals an einem der ersten warmen Frühlingstagen des Jahres 2946 DZ, fünf Jahre nach dem Tod des Drachen, in meinem sechzehnten Lebensjahr.
Vater hatte mir aufgetragen Verwandten in Thal eine Einladung zum Geburtstag meiner Mutter zu bringen. Das hieß für mich ein paar Tage wegzukommen vom Handelskontor und den Rechenbüchern. Vater hatte sich in den Kopf gesetzt auch aus mir einen Kaufmann zu machen. Doch hatte ich keinerlei Talent für Zahlen, Maße und Gewichte.
An diesem Morgen war ich mit den ersten Sonnenstrahlen am Fährschiff. Ich kannte die beiden Schiffer vom Sehen. Dem größeren gab ich die Kupfermünzen für die Überfahrt und stieg ins Boot. Eine Händlerin stand bereits mit ihrem kleinen Sohn und einem bepackten Pony auf der Fähre. Ich nickte den beiden freundlich zu, bevor ich mich setzte.
Kurze Zeit später stieg eine Beorningerin zu, die es sich in der Bootsmitte bequem machte. Dann stieg noch ein Waldelbenpäärchen zu. Er betrachtete das Boot lange skeptisch, schien die Beschaffenheit, die Tauglichkeit zu prüfen. Endlich kam er zu dem Entschluss sich der menschlichen Arbeit anzuvertrauen.
Die beiden Fährmänner fuhren wie immer einen kleinen Umweg, um möglichst nah am toten Drachen und den Überresten der alten Seestadt vorbeizukommen. Aber niemand schien sich wirklich für die Sehenswürdigkeiten zu interessieren. Außer dem kleinen Jungen, der an der Reling hing und mit großen Augen in die Tiefe starrte.
Mein Blick schweifte über den See, folgte den Möwen, während das Boot auf das nördliche Ufer zuhielt. Wir würden am 'Drachenkopf' anlegen, ein gemütliches Gasthaus, das ich mit meinem Vater und Bruder schon einmal besucht hatte.
Irgendwann holte mich die Beorningerin aus meinen Gedanken. „Schau junger Mann, Rauch steigt auf.“ Sie zeigte auf das Gasthaus. Die Waldelben hatten längst gesehen, das etwas nicht stimmte. Es war alles ruhig, totenstill, menschenleer.
Die Händlerin hielt ihren Sohn ängstlich bei sich, der am liebsten sofort auf den Anlieger gesprungen wäre, als das Boot das Ufer erreichte.
Das Waldelbenpäärchen sprang leichtfüßig von Bord, die Bögen gezogen, noch bevor sie festen Boden unter den Füßen hatten. Auch die Beorningerin stieg rasch aus und untersuchte den Boden.
Als ich endlich auch auf dem Anleger stand, fiel mir Toka, die junge Dienstmagd im 'Drachenkopf' ein. Ich beschleunigte meine Schritte, zog das Schwert, um zu sehen, ob sie und die anderen noch lebten.
Die Elben blieben zurück, sicherten die Umgebung, suchten sie mit ihren scharfen Augen ab. „Jungchen, pass auf!“ rief mir die Waldelbin noch nach. Ich nickte wohl nur. Dann stand ich auch schon vor der halboffenen Tür. Brandgeruch kam mir entgegen. Ein Blick hinein zeigte mir die Verwüstung. Konnte das jemand überlebt haben?
Die Beorningerin rief mich. Rasch drehte ich mich um, mein Blick zum Ufer, auf den Anleger gerichtet. Mir schwindelte. Die Welt verschwand im Nebel. Ich sah krude, bösartige Gestalten, bewaffnet und brutal. 'Orks!' schoss es mir in den Kopf. Dann packten mich starke Hände, schüttelten mich. „Kleiner, alles klar?“ fragte mich die Beorningerin. Ich nickte stumm. Die Welt war wieder da.
„Die Elben haben einen Mann aus dem Wasser gezogen“ sprach sie weiter. „Schwer verletzt, aber er lebt. Sie können ihm mit ihrer Heilkunst nicht mehr helfen. Verstehst du etwas davon?“
Schnell lief ich zurück zum Ufer. „Lasst mich ihn anschauen!“ Ich drängte die Elben beiseite. „Sei achtsam Jungchen. Es ist kaum noch Leben im dem alten Mann.“ meinte die Waldelbin.
Ich zog meine Tasche über die Schulter, holte das Verbandszeug heraus. Dann tränkte ich aus meinem Wasserschlauch einen sauberen Lappen in Wasser, reinigte schnell seine zahlreichen Wunden – er musste sich heftig verteidigt haben- und verband ihn. Ein Schluck Heilwasser brachte für kurze Zeit seine Lebensgeister zurück.
„Er muss schnell nach Seestadt ins Heilerhaus gebracht werden, sonst stirbt er“ sagte ich zu den Fährleuten.
Der Waldelb hatte sich zu dem Mann gekniet. „Was ist passiert?“ Mit brüchiger Stimme antwortete er: „Orks haben uns überfallen... Sie haben alle entführt... Warge hatten sie dabei... Zwei große Orks führten sie an...“ Dann brach seine Stimme. Er fiel in die Bewusstlosigkeit zurück.
Während die Fährleute den Verwundeten auf das Boot brachten, untersuchte die Beorningerin die Spuren. „Zwölf Orks, fünf Warge“ erzählte sie uns. „Ein Großer ging mit einem Warg nach Süden. Die anderen zogen nach Nordwesten.“
„Lasst uns Orks jagen“ befahl die Waldelbin. „Kommst du mit Jungchen?“
„Ich bin nicht dein Jungchen“ protestierte ich. „Ich heiße Brandulf.“
Die Elbin nickte. „Mein Name ist Finduilas.“ Sie zeigte auf den Elb „Das ist Edrahil.“
„Ich heiße Grimhild“ schloss sich die Beorningerin an.
Dann nahmen wir die Verfolgung auf. Die Orks schienen den Düsterwald zu meiden und direkt auf das Graue Gebirge zuzuhalten. Sie hatten fast einen Tag Vorsprung. Hoffentlich holten wir sie rechtzeitig ein, um die Gefangenen zu retten...
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